Aufbereiten der Karosserie

Intro

Neben der technischen Instandsetzung unseres T4 war die Reparatur und die Versiegelung der Karosserie ein weiterer grosser Teil des Gesamtprogrammes. Der Alltagseinsatz des Busses hinterliess über die Jahre diverse Spuren. Einerseits, die für den T4 normalen Rostansätze in diversen Bereichen der Schweller, Radläufe und der Heckklappe, als auch ein Parkschaden in der rechten Seitenwand und der Schiebetüre. Der Unterboden des Fahrzeugs war bis auf ein paar Anrostungen in Ordnung und musste nun ebenfalls aufbereitet und für eine hoffentlich noch lange Zukunft des Busses vorbereitet werden. Ich muss dazusagen, dass ich in vielen Bereichen der Karosserieinstandsetzung wenig Erfahrung hatte und mir die Kenntnisse erst im Laufe der Aufbereitung erst aneignen musste. Dies kostete viel zusätzliche Zeit.

Dieser Artikel soll nun mehr Erfahrungsbericht, gerade in Bezug auf die verwendeten Materialien und Techniken sein, als Handbuch oder Reparaturanleitung. Aber vielleicht bringen meine Erfahrungen dem einen oder anderen ambitionierten Hobbyrestaurateur, wie ich ebenfalls einer bin, die entscheidenden Hinweise oder stellt eine Entscheidungshilfe für den geplanten Weg dar.

Inhalt:

1.) Unfallschaden an rechter Seitenwand

2.) Rostschutzversiegelung

3.) Hohlraumkonservierung

4.) Der Unterbodenschutz

5.) Lacktrocknung

6.) Der Lackaufbau

1.) Unfallschaden an rechter Seitenwand

In früheren Zeiten habe ich doch eher grob ausgebeult und dick gespachtelt. Heute wollte ich es „smarter“ machen. Das Thema Smart-Repair, bei dem heutzutage unter Zuhilfenahme diverser Spezialwerkzeuge recht filigran am Blech gearbeitet wird, interessierte mich schon lange und so nahm ich die Gelegenheit wahr mich mit einem Ausbeulset der Firma Edelmann auszurüsten. Ein Unfallschaden in der rechten Seitenwand des Fahrzeugs lies mir in Bezug auf die Wahl der Werkzeuge ohnehin wenig Spielraum, da ein Teil der Beschädigung innerhalb der C-Säule sass und somit von Innen nicht bearbeitet werden konnte.

Das Starterset, welches ich von der Firma Edelmann bezog, nennt sich Ausbeulwerkzeug Komplettset „Kit-29“, besteht aus einer Klebepistole für den Spezial-Heisskleber, einem Gleithammer, einem Rückschlagdorn, einem Klebelöser, 4 hochfesten Klebestangen, 4 mittelfesten Klebestangen und einer ganzen Auswahl Klebehaken für die unterschiedlichsten Dellen. Mit diesem Klebeset ausgestattet sollte man nun in der Lage sein, wie in dem folgenden Video der Firma Edelmann gezeigt, Beulen ordentlich aus dem Auto entfernen zu können. Ich entschied mich dann bei einem zweiten Besuch im Online-Store der Firma noch für eine speziellen Ausbeulzange aus dem Sonderverkauf, sowie einem Rückschlagdorn „Kugel“, einer speziellen Schleifpolitur und ein paar Stangen von dem hauseigenen Spezialkleber „HWS“.

Unser T4 war ja nun auch das ideale Objekt zum üben, da der Lack ohnehin erneuert werden musste, denn normalerweise sollte man mit dieser Form der Reparatur, ohne eine Lackierung auskommen, vorausgesetzt, der Lack hat vor der Bearbeitung keine Schäden. Das oben gezeigte Video liefert wertvolle Hinweise für die Vorgehensweise, es sei jedoch an dieser Stelle erwähnt, dass das Gelingen der Arbeiten zu einem grossen Teil von der Übung des Reparateurs abhängt. Wenn man sein hundertstes Auto ausbeult, dann beherrscht man es sicher so gut, wie der junge Herr im Video.

Für mich hiess das, dass die groben Arbeiten mit dem Gleithammer hervorragend funktionierten, jedoch die Feinarbeit nur mit mässigem Erfolg ausgeführt werden konnte. Immer wenn man versuchte das Blech auf der einen Seite durch filigrane Schläge mit dem Rückschlagdorn Kugel herauszubekommen, so wanderte die Beule nur an eine andere Stelle. Manche Beulen liessen sich nun überhaupt nicht aus dem Blech bewegen, egal wie sehr man sie bearbeitete. Hier half mir im Nachhinein nur eine Schicht Feinspachtel. Als Heisskleber verwendete ich die hochfesten Klebestangen mit dem grössten Erfolg. Der Spezialkleber „HWS“ hat so gut geklebt, dass der Klarlack an manchen Stellen abgehoben wurde. Diese würde ich also auf keinen Fall für die Reparatur von Schäden, welche nicht anschliessend lackiert werden sollen, verwenden. Auch das Lösemittel, mit dem man die Klebereste vom Lack entfernt ist etwas mit Vorsicht zu verwenden. Reibt man damit zu sehr auf dem Lack, so löst man diesen ebenfalls mit ab. Die mittelfesten Klebestangen sind wohl für den Lack am schonendsten, damit reissen die Haken jedoch sehr schnell ab.

Was sich als absolutes Wundermittel herausstellte, war im späteren Verlauf der Arbeiten, die spezielle Schleifpolitur. So etwas habe ich bisher nur in der professionellen Fahrzeugaufbereitung gesehen. Mit dieser Politur habe ich nach dem Lackieren sogar die Schleifreste von abgetragenen Lackiernasen aus dem Lack entfernen können.

Der Service der Firma Edelmann vom Verkauf bis zur Lieferung, wie auch das auf deren Webseite angebotene Knowhow, sind ausgezeichnet. Man kann diesen Partner uneingeschränkt weiterempfehlen.

Bezugsquelle:
Fa. Edelmann

Talstraße 32 1/2

91347 Aufseß

-Deutschland-

Internet: http://www.edelmann-ausbeulwerkzeuge.de
Bewertung: Bewertung Gut

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2.) Rostschutzversiegelung

Der nächste Schritt der Instandsetzung im Karosseriebereich beschreibt die Versiegelung des Unterbodens gegen Rost und schildert die erste Schicht im Lackaufbau in den T4-typischen Problemzonen Schweller, Radläufe, etc..

Mein Anspruch an diese Versiegelung war die komplette Abschottung der kritischen Bereiche gegen eindringende Feuchtigkeit. Ausführliche Internetrecherchen brachten immer wieder das Produkt POR-15, welches aus den vereinigten Staaten stammt, ans Tageslicht. In diversen Oldtimerforen schworen die Teilnehmer auf dessen Wirkung auch in Bezug auf die Langzeittauglichkeit. In Deutschland werden diese Produkte von der Firma Roland Hoeseler in Berlin vertrieben.

Das POR-15 System besteht aus mehreren Komponenten und ist wirklich sinnvoll nur auf blankem Metall einzusetzen. Dieses muss so weit wie irgend möglich entrostetet werden. Laut dem Hersteller kann POR-15 (steht wohl für „Pure-on-Rust“) auch auf festsitzenden Rost aufgetragen werden, diese Eigenschaft erwies sich im Laufe der Verarbeitung jedoch als nicht optimal. Überall dort, wo ich den Anstrich nochmals an- bzw. abschleifen musste, rieselte der Rost darunter fröhlich weiter. Ich kann mir nicht vorstellen dass der mit einer Drahtbürste vorbehandelte Rost die Festigkeit ergibt, die benötigt wird einen Nachfolgeanstrich zu tragen. Es kann natürlich auch an der Arbeit mit der Drahtbürste an sich gelegen haben, diese hinterlässt eine zwar geschlossen aussehende und grau glänzende Oberfläche, welche jedoch weiterhin losen Rost überdeckt. Meine Lehre daraus war, die Rostnester, soweit möglich, mit einem gröberen Schleifpapier komplett auszuschleifen. Weiterhin hatte ich im Bereich des Fahrzeugunterbodens manche Stellen, welche mit Lack versehen waren. Trotz der entsprechenden Vorbehandlung hielt POR-15 überhaupt nicht auf diesem Untergrund. Nach der Austrocknung lies sich der dünne POR-15 Lackfilm in kompletten Stücken wieder abziehen.

Es ist zu Beachten, dass, bevor der eigentliche Anstrich aufgetragen werden kann, der Untergrund wirklich sorgfältig mit dem zum System gehörenden Fett- und Fremdstofflöser „Marina Clean“ gereinigt wird. Danach wird ein spezieller Haftvermittler namens „Metal Ready“ verwendet. Dieser ätzt die Oberfläche leicht an und hinterlässt eine Zinkphosphatschicht, welche den Rost neutralisiert und die Haftfähigkeit des Untergrundes herstellt. Die Verwendung des gesamten Systems ist also nicht nur ein Werbetrick um die anderen 2 Komponenten zu verkaufen, sondern sollte zwingend eingehalten werden um vernünftige Ergebnisse zu erzielen.

Die Verarbeitung der Produkte des POR-15 Systems erfolgte bei mir folgendermassen:

Schweller vorne Rechts nach Behandlung mit Metal ReadyDie zu bearbeitenden Flächen am Fahrzeugunterboden und den in Bereichen der Schweller und Radläufe gründlich von Rost und Schmutz befreien. Rostnester komplett ausschleifen, hierbei beachten, dass immer genügend Blech vorhanden bleibt! Auftragen des Reinigers „Marina Clean“ mit einer mitgelieferten Sprühflasche. Den Reiniger über gute 30 Minuten einwirken lassen, je nach Aussentemperatur und Luftfeuchtigkeit öfter mal Nachsprühen um die Auftragsstellen feucht zu halten. B-Säule vorne rechts nach der Bearbeitung und Metal ReadyDanach mit einem Schwamm und viel Wasser die Rückstände des Mittels grosszügig abwaschen. Nun kann, direkt auf den feuchten Untergrund, der Haftvermittler „Metal Ready“, ebenfalls mit einer mitgelieferten Sprühflasche, aufgetragen werden. Auch hier in der gleichen Art und Weise wie mit dem Reiniger über 30 Minuten dafür sorgen, dass die behandelten Flächen feucht bleiben. Nach dieser Zeit wird auch der Haftvermittler mit ausreichend Wasser und einem Schwamm abgewaschen. Heckklappe nach Behandlung mit Metal-ReadyIch denke es ist wichtig, dass keine Rückstände auf den zu bearbeitenden Flächen zurückbleiben, welche evtl. haftungsverhindern auf das nachfolgende Material wirken können. Nun die Flächen gut trocknen (lassen). In manchen Bereichen kann man das ganz gut mit einem Heissluftföhn oder Druckluft beschleunigen. Hierbei in schmalen Ritzen auf eine vollständige Trocknung achten. B-Säule vorne links nach Bearbeitung mit Metal-ReadyDie Kapillarwirkung zieht Feuchtigkeit in schmale Falze, welche – sollte die Austrocknung nicht komplett abgeschlossen sein – im Nachgang die Annahme des POR-15 verhindern können.

Im Bereich des Unterbodens habe ich POR-15 Chassiscoat black, seidenmatt, mit einem Pinsel aufgetragen. Auf sämtliche sichtbaren Bereiche, wie Schweller, Radläufe und Heckklappe habe ich POR-15 Rostverhütungslack, grau, glänzend, mit einer Baumarkt Lackierpistole gesprüht. Diese ist mit einer 1.5 mm Düse bestückt, der Lackierdruck wurde auf 3.5 Bar eingestellt. Extrem wichtig ist es, dass Werkzeug unmittelbar nach der Benutzung mit einem speziellen POR-15 Solvent (Verdünnung) zu reinigen, da einmal fest gewordenes POR-15 mit keinem Mittel der Welt mehr abzubekommen ist. Dieser Hinweis ist auch für die Farbdosen selbst zu beachten. Ist der Lack am Rand des Deckels einmal getrocknet, bekommt man die Dose später nicht mehr auf. Abhilfe hat mir hier das Umschütten des Lackes in ein Konserven-Glas, bei dem man zwischen Schraubdeckel und Glasrand eine Frischhaltefolie legt, geschaffen. Diese Kombination geht immer wieder zu öffnen.

Zur Verarbeitung selbst muss ich, obwohl der Konsens aus der Produktbeschreibung nach einer für die Umwelt und Gesundheit relativ „harmlosen“ Zusammensetzung klingt, den gesundheitlich mahnenden Zeigefinger erheben. Ich habe zwar die zur Verwendung von Marina Clean und Metal Ready (das Zeug ist Säure!), wie auch POR-15 selbst, empfohlenen Einweghandschuhe getragen, jedoch „geschwind“ eine Schicht POR-15 mit der Pistole ohne Atemschutz aufgetragen. Es ging mir danach 3 Tage echt übel. Dieses POR-15 hat meine Lunge derart geschädigt, dass ich nicht mehr schmerzfrei atmen konnte. Also bitte diesen Rat befolgen: NIE diesen Rostschutz ohne Atemschutz  mit der Pistole lackieren, auch nicht nach dem Lackieren ohne Atemschutz in den noch vom Lackiernebel durchzogenen Raum gehen um zu sehen wie der Anstrich geworden ist.

Daraus mein persönlicher Ratschlag:

  1. Nicht auf Rost oder bestehende Vorlacke auftragen
  2. Ausschliesslich die Verwendung des kompletten Systems
  3. Verarbeitung nur mit Kleidung, welche sowieso weggeworfen werden kann, Einweg-Handschuhen und Atemschutz, sollte mit der Lackierpistole gearbeitet werden.
  4. Lackierwerkzeug sofort nach Benutzung mit spezieller Verdünnung (Solvent) reinigen.

Dann kann das System recht ansehnliche Ergebnisse liefern. Die Schicht POR-15 härtet so glashart aus, dass man selbst in der Nachbearbeitung Probleme hat diese anzuschleifen.

Für den weiteren Lackaufbau empfiehlt der Hersteller einen sog. „Self Edging Primer“, welcher einen für weitere Lacke geeigneten Untergrund ergibt. Ich habe zum Teil mit diesem empfohlenen Primer gearbeitet, jedoch auch im weiteren Lackaufbau mit einer Allround Epoxy Grundierung. Es fällt im Nachhinein schwer einen Unterschied zwischen den beiden Produkten festzustellen. Ich denke es funktionieren beide Wege sehr gut. Wichtig ist nur, dass die glasharte Oberfläche von POR-15 vor dem weiteren Lackauftrag mit einem feinen Schleifpapier ausreichend angeschliffen wird.

Eine Aussage über die Langzeitwirkung der Produkte kann ich zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht abgeben, werde dies jedoch im Jahresabstand in diesem Artikel ergänzen.

Die Firma Roland Hoeseler selbst war während der gesamten Verkaufs- und Lieferphase ein vorbildlicher Partner, welcher durch eine persönliche Betreuung im Verkaufsgespräch, auch beim Nachbestellen der Produkte, punkten konnte. So hatte die Dame im Verkauf den Überblick was, wann von mir bestellt wurde.

Bezugsquelle:
Roland Hoeseler-POR 15 GmbH

Authorized Distributor of POR-15 Products in Europe

Wilhelm-Kuhr Str. 39

13359 Berlin

-Deutschland-

Internet: http://www.hoeseler-por15.com
Bewertung: Bewertung Ausgezeichnet

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3.) Hohlraumkonservierung

Nachdem der Unterboden, wie auch die an der Karosserie befindlichen äusseren Bereiche bearbeitet waren, ging es nun an die Innenräume der Rahmenteile. Auch hier verlies ich mich wieder auf die Empfehlungen aus diversen Oldtimerforen in denen für Karosseriehohlräume ein spezielles Fett immer wieder Erwähnung fand. Mike Sander, ein Deutscher Tüftler und Oldtimer-Fan, hat ein Korrosionsschutzfett entwickelt, welches heiss und dadurch extrem flüssig in die Rahmenbauteile mit einer Sonde eingespritzt wird und sich dort bis in die letzte Ritze gut haftend verteilt.

Für diejenigen, welche das Produkt zum ersten Mal verarbeiten, bietet die Firma Mike Sander ein Druckluft-Verarbeitungsset an, welches aus einer Druckbecherpistole besteht, die mit 2 Sonden (mit Hohlraumdüse und Hakendüse) ausgestattet ist und weiterhin einen Heizköcher mit Fön zum anwärmen des Spritzgerätes, sowie einem Thermometer um die exakte Fetttemperatur zu messen, beinhaltet. Das Fett dazu bestellte ich in einer 4 Liter Dose, welche gerade so ausreichte um den T4 komplett zu bearbeiten. Wahlweise wird dieses auch als 750 g oder 24 kg Dose angeboten.

Vor der Verarbeitung wird das Fett in einem Topf auf einer Heizplatte auf eine Temperatur von 120°C gebracht. Auch hier ist eine Sicherheitsausrüstung, bestehend aus einer Bekleidung, welche alle Körperteile komplett bedeckt (heisses Fett!), Handschuhen, Schutzbrille und Atemschutz notwendig. Erst dann sollte man sich unter das Auto legen um durch die Öffnungen im Rahmen das Fett einzuspritzen. Auch ist es zu empfehlen, an den Auslaufstellen der Rahmenbauteile etwas unterzulegen um das überschüssige Fett aufzufangen. Dieses kann im Übrigen, mit einem Spachtel aufgenommen, wiederverwendet werden.

Die Öffnungen zum Einführen der Sonde sind beim T4 grösstenteils durch kleinere und grössere Kunststoffabdeckkappen verschlossen. Diese lassen sich leicht mit einem Schraubendreher aus den Löchern hebeln. Wichtig ist dabei alle Öffnungen zu nutzen, so dass man wirklich in jeden Bereich des Rahmens mit der Sonde vordringen kann.

Spezielle Beachtung verdienen hier die beiden Hilfsrahmen, welche vorne auf der Höhe der Vorderachse vom Hauptrahmen abzweigen und links und rechts diagonal  vom Rahmen nach aussen zeigen. Diese können über 2 längliche, mit Deckeln verschlossene, Öffnungen versorgt werden. Dieser Punkt ist eine klare Schwachstelle am T4, da sich das Wasser in den beiden Hilfsrahmen sammelt, wenn die vordere Ablauföffnung (ein Loch von ca. 4 mm Durchmesser) durch Schmutz verschlossen ist. So habe ich an dieser Stelle vor der Bearbeitung den Hilfsrahmen erst mit einem Schraubendreher grob von Schmutz befreit und diesen anschliessend mit einer Druckluftpistole ausgeblasen. (Achtung: Schutzbrille!) Nach der Hohlraumbehandlung ist hier auch zwingend darauf zu achten, dass diese beiden Ablauföffnungen wieder freigestochen werden, sonst steht das Wasser erneut im Rahmen, weil das frisch eingebrachte Fett die Ablauföffnung verschliesst. 

Im weiteren Verlauf bearbeitet man mit der Sonde, über den Schweller eingeführt, die Radläufe, die B-Säule wie auch die C-Säule nach oben, wie auch den Schweller und den Hauptrahmen in horizontaler Richtung. Hierzu führt man die Sonde komplett ein und zieht diese, während man die Druckbecherpistole auslöst, zügig wieder heraus. Bei mir quoll das Fett bei der Verarbeitung im Bereich der B- und C-Säule in den Fahrzeuginnenraum, lies sich jedoch mit einem Lappen leicht wieder von der Verkleidung, bzw. dem Gurt der Beifahrerseite abwischen.

Das Kompettsystem, bestehend aus dem Verarbeitungsset, wie auch dem Fett ist eine durchdachte Lösung und es wirkt logisch, dass an den Fettausgekleideten Stellen Feuchtigkeit keine Chance mehr hat. Was im Nachhinein ein wenig stört, ist der „neue Geruch“ des Fahrzeugs. Nicht unangenehm, jedoch „anders“ als zuvor. Aber das wäre, so wie ich denke, auch mit jeder anderen Hohlraumkonservierung passiert.

Die Stärken der Firma Mike Sander liegen ganz klar in dem Produkt, welches sie vertreibt. So funktioniert das Bestellformular der Webseite überhaupt nicht (Fehler 404 – forbidden als Responder auf den Versand) und die Antwort auf die Bestellung per E-Mail dauerte 5 Tage. Bis ich das Produkt bei mir hatte, vergingen weitere 21 Tage. Hier sehe ich noch absoluten Verbesserungsbedarf und hoffe das dies bei dem Geschäft mit mir eher eine Ausnahme war.

Bezugsquelle:
Dipl. Ing. Michael Sander

Am Bahnhof 4

Wilhelm-Kuhr Str. 39

25358 Horst

-Deutschland-

Internet: http://www.mike-sander.de
Bewertung: Bewertung Standard

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4.) Der Unterbodenschutz

Die Endversiegelung des Fahrzeugunterbodens gestaltete sich, im Vergleich zu den anderen Arbeitsbereichen, relativ unspektakulär. Doch auch hier wurde besonderes Augenmerk darauf gerichtet eine bestmögliche Sperre gegen Feuchtigkeit zu erzielen. Unterodenschutzprodukte auf Bitumenbasis eigneten sich aus diesem Grund nur bedingt, da diese eine harte Oberfläche bilden und im ungünstigen Falle unterrosten können. So fiel die Wahl auf einen Unterbodenschutz auf Wachsbasis. Dieser Unterbodenschutz bleibt von der Konsistenz weich und weisst Wasser ab. Da ich bereits zu Zeiten meiner Ausbildung als Kfz-Mechaniker, vor rund 25 Jahren, die Wachsprodukte der Firma Holts in einer Mercedes-Benz Vertragswerkstätte verarbeitete, fiel meine Wahl erneut auf diesen Hersteller.

Das verwendete Produkt ist unter der Verkaufsbezeichnung „UBS auf Wachsbasis, schwarz“ im gut sortierten Fachhandel erhältlich. Aufgetragen wurde der Unterbodenschutz über eine spezielle Druckluftpistole von Hazet 9042-4 mit einem Arbeitsdruck von ca. 6 Bar. Die verwendete Menge für den T4 belief sich auf 8 Liter. Eine gute Idee, für die Verarbeitung eines Wachsunterbodenschutz ist es, diesen vor der Anwendung für gute 30 Minuten in ein heisses Wasserbad zu stellen. Hierdurch wird die Konsistenz Flüssiger und der Unterbodenschutz kann besser in schmale Kanten und Falze eindringen.

Bei der Verarbeitung geht man ähnlich wie beim Lackieren eines Karosserielackes vor, indem man erst die Kanten und Falze einsprüht und danach die dazwischenliegenden Flächen deckend mit dem Unterbodenschutz versieht.

Sowohl der Unterbodenschutz, als auch die zum Auftrag benötigte Pistole bezog ich aus dem regionalen Fachhandel über die Firma Trost in Singen, welcher je nach Sachbearbeiter, grösstenteils eine recht gute Beratung anbieten konnte.

Bezugsquelle:
Verkaufshaus der TROST AUTO SERVICE TECHNIK SE

Grubwaldstrasse 19

78224 Singen

-Deutschland-

Internet: http://de.trost.com
Bewertung: Bewertung Standard

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5.) Lacktrocknung

Schon bei der ersten Suche nach einem geeigneten Fahrzeuglack stellte sich heraus, dass ich für die Lacktrocknung eine spezielle Infratrot-Trockenlampe benötigen werde. Grund dafür ist die Umstellung von 2-Komponentenlacken auf Wasserbasis-Lacke. Höchstwahrscheinlich wird man für Fahrzeuglacke, welche bereits ab Hersteller in H2O lackiert werden, auch nur solche über den Kfz-Teilehandel beziehen können. In meinem Fall war dies der Farbton LC3Y Perleffekt, von VW, dieser wurde nur auf Wasserbasis angeboten. Der grosse Unterschied zu einem 2-Komponentenlack liegt darin, dass kein Härter die Trocknung und damit Aushärtung des Lackes übernimmt. Gemäss Vorgabe muss ein H2O Lack bei guten 60°C in einer Trockenkabine einbrennen, bzw. bei Teillackierungen über einen speziellen Heizstrahler eingebrannt werden.

Meine Lackierarbeiten würden in meiner Garage, bzw. für die Anbauteile in meinem Stall ausgeführt werden. Selbst die hohen Temperaturen des Sommers genügen somit nicht den Lack trocken zu bekommen. 

Die Recherchen über das Internet förderten leider nur gewerbliche Werkstattausrüster mit IR-Heizstrahlern weit über dem für mich rentablen Budget zu Tage. Bis auf 2 Adressen, eine in Deutschland, die andere in Österreich, welche einen 3000-Watt Lacktrockner in der von mir gesuchten Preisklasse anboten. Bereits am 07.01.2011 fragte ich zuerst bei dem deutschen Anbieter den IR-Lacktrockner S3000 an, erhielt daraufhin über eine Woche keine Antwort. Auf die nächste Anfrage kam dann die Antwort, dass erst der Liefertermin abgeklärt werden müsse. Dies zog sich dann über mehrere E-Mails und Telefonate, ohne auch nur die geringste Aussicht auf einen Liefertermin, bis in den März hinein. Das Thema erhielt in unserer Familie bereits den Titel „Piepmeyers Wunderlampe“. ;-) Zum Glück erklärte mir Herr Piepmeyer dann, dass auch er das Produkt von der österreichischen Handelsfirme bezöge, worauf ich mit seiner freundlichen Genehmigung direkt bei der Firma RP-Tools in Paternion bestellte. Weitere 2 Wochen später, es war nun Mitte März 2011, erhielt ich dann die Lieferung über eine Spedition. Glücklicherweise war dies das Ende der Probleme, wenn man einmal von der doppelt berechneten Verzollung des Spediteurs absieht, für die die Firma RP-Tools ganz sicher nichts konnte, und welche bis in die dritte Mahnstufe lief, bevor festgestellt wurde das es sich um ein und dieselbe Lieferung handelte.

Die „Wunderlampe“, der IR-Lacktrockner S 3000 an sich ist ein wirkliches Qualitätsprodukt und stammt wohl aus Asien. Sowohl die mechanische, wie auch die elektrische / elektronische Verarbeitung ist dennoch einwandfrei. Der Lacktrockner besitzt 3 separate IR-Röhren je 1000 Watt jeweils in einem reflektierenden Strahler. Diese sind einzeln in der Neigung ausrichtbar und besitzen Schutzgitter vor jeder Röhre. Diese Heizeinheit ist an einem Galgen aufgehängt, an dem sie horizontal und vertikal um 180° gedreht werden kann. Der Galgen selbst hat eine Höhenverstellung, welche durch einen Gasdruckdämpfer unterstützt wird und mit der man die komplette Heizeinheit von Bodenhöhe (21 cm) bis auf gute 2.50 Meter anheben kann.

Die Steuerung der Trocknungsphase erfolgt über eine Elektronik, welche in individuell zusammenstellbaren Programmen unterschiedlicher Heizleistung, über eine Zeitschaltuhr von 0 bis 99 Minuten eingestellt werden kann. Somit ist es möglich für den Anfang (ca. 10 Minuten) mit, im sekundentakt ein- und ausschaltenden IR-Röhren leicht vorzutrocknen, ohne das der frische Lack zu heiss wird und danach, automatisch zugeschaltet, auf voller Leistung, weitere 5 Minuten, den Lack durchtrocknen zu lassen.

Wichtig bei der Anwendung ist, dass ein Abstand zum Werkstück von 40 cm zwingend eingehalten werden muss, da der frische Lack sonst leicht kochen und Blasen werfen kann.

Die Abwicklung durch den Verkäufer, die Firma RP-Tools war vorbildlich und die Qualität des Werkzeuges weiss zu überzeugen.

Bezugsquelle:
RP-Tools

Bahnhofstrasse 10

9711 Paternion

-Österreich-

Internet: http://www.rptools.at
Bewertung: Bewertung Gut

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6.) Der Lackaufbau

Auf die nun ausgebeulte und mit Rostschutz versiegelte Karosserie sollte nun ein vernünftiger Lackaufbau folgen. Nachdem ich diverse regionale Händler mit Lackanbietern im Internet verglichen hatte, viel meine Wahl auf die Firma Autolack 21 aus Heilbronn, welche auf professionellem Niveau nicht nur einen Onlineshop führt, sondern auch gleich sehr detaillierte Anleitung mit Tipps und Verarbeitungshinweisen auf ihrer Webseite anbietet. Auch die Kontaktaufnahme, bezüglich des individuellen Farbtons (VW LC3Y Perleffektlack), verlief schnell, freundlich und problemlos. Neben den Komponenten für den Lackaufbau konnte ich auch sämtliche benötigten Hilfsmittel rund um die Lackierung im Onlineshop bestellen. Hier die Liste der von mir verwendeten Materialien und Hilfsmittel:

Teileliste

Teile-Nr. Anz. Bezeichnung
88 020 10 05 1 Silikonentferner 5 Ltr
99 860 10 00 1 Sprühflasche 1000 ml Lösemittelfest
99 150 05 00 50 Nass-Schleifpapier braun, Korn 500
99 150 08 00 50 Nass-Schleifpapier braun, Korn 800
99 160 02 40 1 Exzenter-Schleifscheibe 240
99 160 03 20 1 Exzenter-Schleifscheibe 320
99 160 05 00 1 Exzenter-Schleifscheibe 500
99 010 06 50 1 Misch-/Messbecher 650ml
99 890 00 01 5 Lack-Sieb 190 micron 1 Stck
99 870 00 05 2 Staubfix Staubbindetuch Ultra Pack 5 Stck
19 000 00 01 1 Allround Epoxy Grundierung 1 Ltr
19 100 00 05 1 Allround Epoxy Härter 0.5 ltr
20 200 30 01 2 2K HS Füller hellgrau 1 Ltr.
50 250 10 01 1 2K Füller-Härter 1 Ltr.
84 020 10 01 2 2K Verdünnung 1 Ltr. – normal
72 xxx 00 01 2 Autolack Basislack

Wunschfarbton H20 1 Ltr.

Wunschfarbe VW LC3Y GRUNDTON

72 xxx 00 01 2 Autolack Basislack

Wunschfarbton H20 1 Ltr.

Wunschfarbe VW LC3Y Perleffektlack

40 200 10 01 2 2K HS-Klarlack 1 Ltr. VOC
50 220 10 01 1 2K HS Härter 1 Ltr. – normal
99 620 00 30 1 Abdeck-Klebeband 30mm breit 8er Pack
86 100 10 05 1 Reinigungsverdünnung für

Wasserbasis-Lackierpistolen 1

Grundsätzlich hielt ich mich komplett an die Anleitung der Firma Autolack 21, welche unter http://www.autolack21.de/lackier-praxis/lackier-anleitung.html zur Verfügung steht. Lackiert wurde mit einer Sata Jet 3000 B (HVLP) mit einer 1.7 mm Düse für die Grundierung und den Filler, sowie einer 1.2 mm Düse für den Decklack. Der Arbeitsdruck des Kompressors lag durchgehend bei 2 Bar und es wurde ein Druckminderer mit Filter-/Ölabscheider verwendet.

Im ersten Schritt habe ich sämtliche Türen des Fahrzeugs, inklusive Schiebetüre und Heckklappe, sowie den Tankdeckel demontiert, um sauber an die Innenkanten zu gelangen, und die demontierten Karosserieteile, auf Böcken liegend, in einem separaten Raum bearbeiten zu können. Sämtliche, an die zu bearbeitenden Flächen angrenzende Teile, wurden sauber mit speziellem Klebeband, Krepppapier und im Bereich der Fahrzeugkarosserie mit Folie abgeklebt.

Nach dem Anschleifen des Lackes, linke FahrzeugseiteDie zu bearbeitenden Oberflächen wurden unter Zuhilfenahme der lösemittelbeständigen Sprühflasche ordentlich mit Silikonentferner benetzt und mit Werkstatt-, bzw. Küchenpapier, sauber abgerieben. Hier ist darauf zu achten, dass der Silikonentferner wirklich rückstandsfrei abgetragen wird, da dieser sonst die Haftung des Lackmaterials beeinträchtigt. Nach dem Anschleifen des Lackes, rechte FahrzeugseiteAb diesem Arbeitsgang ist grundsätzlich nur noch mit Schutzhandschuhen (Latex-Einweghandschuhe) zu arbeiten, damit keine Fettrückstände von den Händen auf das Werkstück gelangen können.

Grössere Flächen, welche nicht in Kanten oder Karosseriefalzen mündeten, habe ich mit einem Exzenterschleifer, erst mit einer 240er, dann mit einem 320er Körnung trocken geschliffen. Nach dem Anschleifen des Lackes, AnbauteileHierbei habe ich, je nach Lackzustand bis auf die Grundierung, und zum Teil bis auf das Blech, heruntergearbeitet. Alle Kanten und Rundungen der Karosserie wurden anschliessend mit einem Nass-Schleifpapier der Körnung 500 auf den gleichen Zustand gebracht. Wichtiger Hinweis: Das Nassschleifpapier mindestens 1 Stunde vor der Bearbeitung in warmem Wasser einweichen, damit dieses gut Geschmeidig ist und beim Knicken keine harten Kanten bilden kann.

Danach wurde die gesamte Oberfläche erneut, wie bereits oben beschrieben, mit Silikonentfernen eingesprüht und anschliessend abgerieben. Unmittelbar, bevor die Grundierung aufgetragen wird, habe ich die Oberfläche ausserdem mit speziellen Staubbindetüchern abgerieben.

Fahrzeug in Grundierung, linke FahrzeugseiteAls Grundierung habe ich mich für die von Autolack 21 empfohlene Allround Epoxy Grundierung entschieden, da nach dem Schleifen und der POR-15 Rostschutzbehandlung viele unterschiedliche Untergründe entstanden waren, welche nun unter einer Grundierung abgedeckt werden mussten. Fahrzeuganbauteile in GrundierungDiese Grundierung bietet weiterhin den Vorteil eine gut haftende Grundlage für den 2-Komponenten HS Füller darzustellen. Die Grundierung selbst wird im Verhältnis 2:1 mit dem dazugehörenden Härter gemischt (vorher gut aufrühren!). Die von der Firma Autolack 21 gelieferten Mischbecher sind für diese Aufgabe optimal, da sie eine aufgedruckte Skala für unterschiedliche Mengen haben. Danach wird die Grundierung über ein Lacksieb mit 190 µm in den Füllbecher der Lackierpistole gegossen. Für die Lackierung der Grundierung habe ich für meine SATA HVLP Pistole eine 1.7 mm Düse und einen Druck von 2 Bar verwendet. Vor dem eigentlichen Lackiergang macht man sich am besten auf einem Karton oder einem Stück Übungsblech mit dem Sprühverhalten des Materials vertraut. Danach sprüht man zuerst mit einem Punktstrahl die Kanten und Falze der Werkstücke, danach mit einem breiten Sprühstrahl die Flächen gut deckend mit der Grundierung ein. Um die korrekte Dicke des Lackauftrages hinzubekommen bedarf es etwas Übung und diese Eigenschaft ändert sich leider im Laufe des Lackaufbaus mit jedem verwendeten Material. So ist meine Empfehlung als Grundregel lieber in einem Lackiergang etwas weniger Material aufzusprühen und dieses nach einer leichten Antrocknungsphase zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ergänzen. Wird gleich zu Anfang das Material zu dick aufgetragen, so endet dies meist in Läufern, welche im Nachgang mühsam wieder herausgeschliffen werden müssen.

Achtung! Lackieren Sie NIE ohne Atemschutz. Ich selbst benutze eine 3M Maske, Typ 6200, mit Filtereinsätzen der Schutzstufe A2P2, welche man so ziemlich bei jedem Baumarkt bekommen kann. Tragen Sie möglichst glatte, fusselfreie Kleidung. Für den Decklack selbst benutzte ich einen Lackieroverall, den ebenfalls Autolack 21 im Programm hat.

Bevor nun, um eine gleichmässige Ebenheit des Lackes herzustellen, der Filler aufgetragen werden kann, muss die Grundierung nach der Austrocknung (ab ca. 90 Minuten) mit einem 800er Nassschleifpapier leicht angeschliffen werden. Danach den Schleifstaub sauber mit einem feuchten Tuch (Mikrofaser eignet sich hier bestens) herunterwaschen und den Untergrund gut abtrocknen. Danach folgt wieder der beschriebene Arbeitsgang mit dem Silikonentferner. Ist alles absolut Trocken, so kann mit dem Filler weitergearbeitet werden. 

Fertig gefillertes Fahrzeug, linke FahrzeugseiteWas sich als sehr schwierig herausstellte, war das Einstellen des 2K HS-Fillers. Das empfohlene Verhältnis 4:1 Filler-/Härter und max. 5-10% „2K-Verdünnung normal“ waren absolut nicht lackierbar. Das Sprühverhalten glich dem eines Unterbodenschutzes. Leider hatte ich in Unwissenheit einen kompletten Lackiergang mit dieser Einstellung verarbeitet, was mir eine komplette Woche Schleifarbeit einbrachte um wieder eine glatte Oberfläche zu erhalten. Der nächste Versuch mit ca. 20% Verdünnung hatte an Stellen mit dickerem Lackauftrag Risse in der Konsistenz zu folge, welche nach dem Austrocknen zu absoluten Kratern mutierten. Auch diese mussten wieder in mühseliger Kleinarbeit ausgeschliffen werden. Irgendwie habe ich dann nach längerem Testen mit einem Kompromiss aus niedrigerem Luftdruck (1.7 statt 2 Bar) und ca. 15% Verdünnung im Endeffekt ein brauchbares Ergebnis erzielt. Auch den Filler habe ich mit der 1.7 mm Düse auf meiner SATA HVLP lackiert.

Fertig gefillertes Fahrzeug, rechte FahrzeugseiteNach dem Fillern steht der Teil an, welcher am meisten Fingerspitzengefühl benötigt, denn mit der über Nassschleifpapier formbaren Oberfläche des Fillers muss man nun in filigraner Handarbeit die Oberfläche erzielen, welche man später am Decklack sehen möchte. Es dürfen also keine Unebenheiten, Kratzer oder Schleifspuren zurückbleiben.

Für mich war dieser Punkt im Lackaufbau auch der Einsatzpunkt für den Feinspachtel, um die eingangs erwähnten Unebenheiten nach dem nicht vollständig geglückten Smart-Repair „auszubügeln“. Verwendet habe ich einen handelsüblichen Feinspachtel aus dem Baumarkt, welcher mit einem roten Härter in kleiner Tube geliefert wird. Dieser wird mit einem sauberen, scharfen Spachtel aufgetragen, ca. 60 Minuten aushärten gelassen, und mit einem 500er Nassschleifpapier, am besten auf einem Kork-Schleifklotz, in Form gebracht. Danach wird nochmals auf die betreffenden Stellen Filler mit der Pistole lackiert und mit einem 800er Nassschleifpapier zu einer absolut ebenen Oberfläche geschliffen.

Der Arbeitsgang mit Spachteln, Fillern und feinjustieren der Oberfläche war wohl der zeitaufwändigste im gesamten Prozess, danach hatte ich jedoch den idealen Untergrund für den Farbauftrag. Bevor im nächsten Schritt der Decklack lackiert wurde, habe ich auch noch einmal die komplette Abklebung des Fahrzeugs erneuert um den Schleifstaub der vorangegangenen Arbeitsgänge zu entfernen.

Neu Abkleben vor EndlackFür den von mir verwendeten VW-Farbton LC3Y Perleffekt wurde glücklicherweise durch die Firma Autolack 21 direkt ein zum Farbton passender Untergrundlack empfohlen, da der Perleffektlack wenig Deckung mit sich bringt. Dennoch habe ich den Fehler gemacht den Perleffektlack in nur 1 Schicht zu lackieren. Die Auswirkung habe ich dann leider erst nach dem Auftrag des Klarlackes bei der ersten direkten Sonneneinstrahlung gesehen. Die Deckung reicht an manchen Stellen dennoch nicht aus. Daher als Empfehlung an alle, welche diese Perleffektlacke verarbeiten: Lieber eine Schicht mehr, es lohnt sich.

Neu Abkleben vor EndlackSo wird nun auch die lackierbereite Oberfläche des Fillers erneut abgewaschen und mit Silikonentferner vorbehandelt. Nach der völligen Austrocknung zieht man alles noch einmal mit einem Staubbindetuch ab. Der H2O-Lack wird unverdünnt (Dieser wird direkt in der korrekten Konsistenz ausgeliefert), gut aufgerührt, über das 190 µm Lacksieb in den Fliessbecher der Pistole gegossen. Ab hier habe ich dann auch die 1.2er Düse auf meiner SATA HVLP verwendet und zum Lackieren einen speziellen Staubabweisenden Lackieroverall getragen. Auch sollte man jetzt für absolute Sauberkeit am Werkstattboden sorgen und im besten Fall vor dem Lackieren den Boden mit einer Sprühflasche nass machen, so dass von dort kein Staub mehr aufwirbeln kann.

Die Anbauteile des Fahrzeugs habe ich diesmal zeitlich versetzt lackiert und jeweils mit der „Wunderlampe“ (IR-Heizstrahler) die Lacktrocknung wie oben beschrieben (10 Min. interval, 5 Min. bei voller Leistung) durchgeführt. Die Seitenteile des Busses habe ich am Stück lackiert und den Heizstrahler für jeden Trockengang eine Breite weitergefahren.

Hauptlack Perleffekt nach der LackierungSo wurde bei meiner Fahrzeugfarbe erst die Grundfarbe und nach Trocknung direkt der Perleffektlack aufgetragen. Ist auch der Perleffektlack trocken, so wird der 2K-Klarlack über den H2O-Fahrzeuglack aufgetragen. Auch hier weiterhin auf klinische Sauberkeit achten. Der Abschluss der Lackierung ist erreicht, wenn der Klarlack ausgehärtet ist. Auch hier habe ich den Lacktrockner zu Hilfe genommen.

Als Handelspartner war ich mit dem Service der Firma Autolack 21 vollständig zufrieden. Sowohl der Bestellvorgang über den professionellen Onlineshop, als auch der E-Mail- und Telefonsupport liegen in Reaktionszeit und Servicequalität weit über dem Standard. Gerade bei einem so komplexen Thema wie der Autolackierung ist dies in einem Supportfall von entscheidender Bedeutung.

Bezugsquelle:
Autolack21.de

– eine Marke der ALPA Industrievertretungen GmbH

Hünderstr. 13

74080 Heilbronn

-Deutschland-

Internet: http://www.autolack21.de
Bewertung: Bewertung Ausgezeichnet

Fertig lackiert mit hellen Bereichen nicht deckend.

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